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Digitale Kompetenz

KI im Arbeitsalltag: Ergebnisse richtig prüfen

KI-Schulung im Team: An einer Förderausschreibung üben, Antworten zu prüfen. Mit einer Vorlage für Quellenprüfung und Freigabe.

Luka Sandvoss · · 4 Min. Lesezeit

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Eine Person arbeitet am Laptop neben Unterlagen an einem Tisch am Fenster.

Die Zusammenfassung ist nach ein paar Sekunden fertig. Gut lesbar, sauber gegliedert, auf den ersten Blick vollständig. Im Original steht allerdings eine Bedingung, die im KI-Text fehlt: Nur gemeinnützige Organisationen dürfen den Antrag stellen. Wer sich auf die Kurzfassung verlässt, plant womöglich schon ein Projekt, das gar nicht gefördert werden kann.

So einen Fall würde ich zum Ausgangspunkt einer KI-Schulung machen. An ihm lässt sich mehr besprechen als an einer Sammlung guter Prompts. Das Team muss entscheiden, welchen Angaben es vertraut und was jemand nachlesen muss, bevor mit dem Text weitergearbeitet wird.

Dr. Kerstin Vorberg, Geschäftsführerin für Berufliche Weiterbildung und das IHK-Forum der IHK Düsseldorf, formuliert es in einer Mitteilung vom 24. August 2026 so:

„Denn KI-Kompetenz zeigt sich nicht darin, wie viele Tools Beschäftigte kennen.“

Quelle: IHK Düsseldorf, 24. August 2026. Für die Schulung heißt das: Am Ende sollte jemand erklären können, warum eine Antwort verwendbar ist.

Eine KI-Antwort gemeinsam prüfen

Für die erste Übung reicht eine öffentliche Förderausschreibung. Eine Person fasst sie mit einem freigegebenen KI-Werkzeug zusammen, eine zweite liest das Original. Anschließend vergleichen beide die Fassungen. Stimmen die Fristen? Ist noch erkennbar, wer einen Antrag stellen darf? Wo klingt die Zusammenfassung eindeutiger als die Ausschreibung?

Die ausgelassene Bedingung im Eingangsbeispiel ist erfunden. Für eine Schulung braucht es aber keinen präparierten Fehler: Auch ein korrektes Ergebnis muss jemand anhand des Originals begründen können. Ein flüssiger Satz allein ist kein Beleg.

Ich würde der Besprechung mehr Zeit geben als dem Formulieren der Eingabe. Gerade an einer Meinungsverschiedenheit wird sichtbar, wie das Team arbeitet. Vielleicht hat jemand eine Fußnote übersehen. Vielleicht bleibt auch das Original unklar. Dann gehört diese offene Frage in die Zusammenfassung, statt beim Kürzen zu verschwinden.

Für diesen Versuch genügen veröffentlichte Dokumente. Personenbezogene Angaben aus einer Beratung werden dafür nicht gebraucht.

Für den Vergleich genügt eine Tabelle im gemeinsamen Dokument. Die Einträge hier gehören zum erfundenen Beispiel:

Aussage im Entwurf Was im Original steht Änderung vor der Freigabe
Alle Einrichtungen dürfen einen Antrag stellen. Zugelassen sind nur gemeinnützige Organisationen. Einschränkung ergänzen und den Absatz der Ausschreibung verlinken.
Der Antrag ist vollständig digital möglich. Zur Form der Einreichung gibt es keine Angabe. Behauptung streichen; Einreichungsweg beim Fördergeber klären.

Bei der nächsten Ausschreibung ersetzt das Team diese Zeilen durch die eigenen Fundstellen. Unter die Tabelle gehören der Name der prüfenden Person und das Datum. Bleibt eine Bedingung offen, muss das im weitergegebenen Text sichtbar sein.

Die Prüfung im Arbeitsalltag festhalten

Beim nächsten Antrag sitzt die Person wieder allein am Schreibtisch. Deshalb sollte aus der Übung eine kurze Arbeitsanweisung entstehen, die direkt bei den verwendeten Unterlagen liegt:

  1. Welches Werkzeug dürfen wir für diese Aufgabe verwenden?
  2. Welche Angaben prüfen wir immer am Original?
  3. Wer gibt die Zusammenfassung frei?
  4. An wen wenden wir uns, wenn etwas unklar bleibt?

Vier Antworten reichen hier weiter als ein umfangreicher Schulungsordner. Die Zuständigkeit darf dabei nicht einfach bei „dem Team“ liegen. Jemand muss wissen, dass die Freigabe seine oder ihre Aufgabe ist – und dafür Zeit bekommen.

Das gilt nicht für jeden KI-Einsatz in derselben Form. Wer Überschriften sammelt, prüft anders als jemand, der Informationen für eine Beratung aufbereitet. Genau dieser Bezug zur jeweiligen Arbeit gehört auch zur aktuellen europäischen Diskussion über KI-Kompetenz.

Die Europäische Kommission erläutert in ihrer im Juli 2026 aktualisierten Darstellung, dass Artikel 4 weiterhin Maßnahmen zur Förderung von KI-Kompetenz verlangt. Die geänderte Regel gibt kein einheitliches persönliches Kompetenzniveau vor. Die FAQ der Kommission gehen auf unterschiedliche Rollen und Einsatzbedingungen ein. Eine Standardschulung mit Teilnahmebescheinigung beantwortet also noch nicht die Frage, was die Beschäftigten für ihre Arbeit können müssen.

Mit einem neuen Beispiel weiterüben

Für einen zweiten Termin würde ich eine andere Ausschreibung wählen. Dann zeigt sich, ob die Beteiligten von selbst zur Quelle greifen oder erst daran erinnert werden müssen. Die Stellen, an denen sie hängen bleiben, liefern den Stoff für die nächste Übung.

Damit lässt sich eine Schulung verbessern. Ob der Betrieb alle rechtlichen Anforderungen erfüllt, muss gesondert geprüft werden. Mein Anspruch an diesen ersten Schritt ist konkreter: Am Ende soll klar sein, wer eine KI-Antwort prüft und woran diese Person eine brauchbare Antwort erkennt.

Wenn Ihr Team den Umgang mit täuschenden Nachrichten oder KI-Bildern üben möchte, finden Sie das Security-Awareness-Angebot von Medienkundig. Für einen Pilot werden die Aufgaben und Termine mit Ihrer Organisation abgestimmt. Die Dokumentenprüfung aus diesem Artikel können Sie bereits mit einer eigenen öffentlichen Ausschreibung ausprobieren.

Recherche: 10. September 2026. Das Förderbeispiel ist ein Vorschlag für eine Übung. Titelbild: Foto von Windows / Unsplash. Symbolbild; es zeigt kein Projekt oder Training von Medienkundig.