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KI in der Praxis

Warum Product Design auch mit KI sinnvoll bleibt

KI kann aus einer Idee einen klickbaren Entwurf machen. Warum Konzeptentwicklung, User Flows und Tests trotzdem wichtig bleiben, zeigt sich an den Entscheidungen hinter einer Anwendung.

Luka Sandvoss · · 4 Min. Lesezeit

Du hast eine Idee für eine Anwendung und lässt dir mit KI einen ersten Entwurf erstellen. Es gibt eine Navigation, ein Formular und eine Übersicht mit Beispieldaten. Du kannst etwas anklicken und siehst zum ersten Mal, wie dein Vorhaben aussehen könnte. Warum solltest du jetzt noch Geld für Product Design ausgeben?

Die Frage ist berechtigt. Wenn sich eine Idee direkt ausprobieren lässt, kann das einige Abstimmungen erleichtern. Tools wie Figma Make erzeugen aus Beschreibungen und vorhandenen Designs interaktive Anwendungen. Damit lässt sich früher über konkrete Abläufe sprechen.

Beim Durchklicken würde ich allerdings zuerst prüfen, welche Entscheidungen der Entwurf bereits für dich getroffen hat. Musst du ein Konto anlegen? Welche Angaben sind Pflicht? Was passiert mit einer Eingabe, wenn du einen Schritt zurückgehst? Jede dieser Entscheidungen beeinflusst, ob die Anwendung später zu deinem Angebot und zu den Menschen passt, die sie nutzen sollen.

Ein Produktkonzept klärt, was die erste Version können muss

Nehmen wir als Beispiel einen Hochzeitsplaner. „Paare sollen passende Dienstleister finden“ beschreibt die Idee, lässt aber viele Fragen offen. Möchten sie zuerst ein Budget festlegen oder sich Bilder ansehen? Suchen sie Unterstützung für die ganze Hochzeit oder nur eine Fotografin? Wissen sie schon, welche Leistungen sie brauchen?

Je nach Antwort entsteht ein anderer Einstieg. Wer bereits eine Location hat, möchte vermutlich nicht erst Fragen zur Locationsuche beantworten. Wer noch ganz am Anfang steht, braucht möglicherweise mehr Erklärung, bevor eine Auswahl sinnvoll ist.

Bei der Konzeptentwicklung würde ich diese Fragen mit dir sammeln und durch Gespräche mit möglichen Nutzern prüfen. Anschließend legen wir fest, welche Aufgabe die erste Version unterstützen soll. Das kann zunächst die Suche nach einer einzelnen Dienstleistung sein. Eine vollständige Planung mit Gästeliste, Budget und Kommunikation ist ein erheblich größerer Auftrag.

Damit kannst du auch die Entwicklung genauer beauftragen. Es wird nachvollziehbar, warum eine Funktion zur ersten Version gehört und eine andere später kommen kann.

Hinter einem einfachen Regler steckt eine Produktentscheidung

In meinem Projekt Bridagency wird das Gesamtbudget auf ausgewählte Dienstleistungen verteilt. Ändert sich die Gesamtsumme, werden die Anteile proportional angepasst. Das klingt zunächst nach einer Rechenaufgabe.

Vor der Umsetzung muss aber feststehen, welches Verhalten beabsichtigt ist. Sollen alle Kategorien den gleichen Betrag erhalten? Sollen bisherige Gewichtungen erhalten bleiben? Was soll passieren, wenn jemand eine Dienstleistung abwählt?

Du kannst solche Regeln einer KI beschreiben und dir bei der Umsetzung helfen lassen. Die Regeln müssen trotzdem zu eurem Angebot passen. Deshalb würde ich das Verhalten mit konkreten Beträgen durchgehen und am Prototyp prüfen, ob die Veränderung verständlich ist. Ein Paar sollte erkennen können, was mit seinem Budget passiert, ohne sich erst die Berechnung erklären zu lassen.

Für mich gehört genau diese Verbindung aus fachlicher Regel und Bedienung zum Product Design. Sie wird spätestens dann nötig, wenn du entscheiden musst, ob der generierte Entwurf so veröffentlicht werden kann.

Ein Prototyp hilft, offene Fragen zu prüfen

Ein früher Entwurf muss noch nicht jeden Bereich der späteren Anwendung enthalten. Für den Budgetablauf reichen zunächst die Auswahl der Leistungen, die Verteilung und eine Möglichkeit, Angaben zu ändern.

Mit diesem Ausschnitt kannst du jemanden bitten, eine konkrete Aufgabe zu erledigen: „Du möchtest weniger für die Feier ausgeben. Passe dein Budget an und schau, was sich dadurch verändert.“ Beobachte, welche Stelle die Person zuerst auswählt und ob sie das Ergebnis richtig einordnet. Erkläre den Ablauf möglichst erst, wenn sie Unterstützung braucht. Sonst testest du vor allem, ob deine Erklärung funktioniert.

Daraus können sehr konkrete Änderungen entstehen: eine verständlichere Beschriftung, ein Hinweis auf geänderte Beträge oder eine andere Reihenfolge. Falls die Grundidee der Verteilung nicht verstanden wird, lässt sie sich zu diesem Zeitpunkt noch am kleinen Ausschnitt überarbeiten.

KI kann dabei helfen, eine weitere Variante umzusetzen. Welche Variante besser passt, würde ich anhand der Aufgabe und der Rückmeldungen entscheiden.

Du brauchst dafür keine monatelange Konzeptphase

Wie viel Vorarbeit sinnvoll ist, hängt vom Vorhaben ab. Wenn du auf einer bestehenden Website eine zusätzliche Leistung beschreiben möchtest, reicht möglicherweise eine neue Seite mit klaren Inhalten. Bei einer Anwendung mit mehreren Rollen, gespeicherten Daten und voneinander abhängigen Eingaben lohnt es sich, die wichtigen Abläufe genauer zu klären.

Ein überschaubarer erster Auftrag könnte deshalb so aussehen: Wir besprechen deine Idee, zeichnen den zentralen User Flow und bauen einen Prototyp für die noch offene Frage. Anschließend halten wir fest, was funktioniert, was geändert werden muss und welcher Entwicklungsumfang daraus entsteht.

Du erhältst damit eine Grundlage, die du gemeinsam mit einem Entwickler weiterverwenden kannst. Wenn die Umsetzung zu meinem Schwerpunkt passt, kann ich das Frontend mit React und TypeScript ebenfalls übernehmen. Mein Angebot für Product Design und Konzeptentwicklung beschreibt, wie diese Schritte zusammenhängen.

Wenn du bereits einen KI-Entwurf hast, kannst du damit ins Gespräch kommen. Schick mir den Link und beschreibe kurz, was Menschen mit der Anwendung erledigen sollen. Ich arbeite von Bassum aus mit Unternehmen in Bremen, Diepholz, Vechta und Lohne sowie remote.

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